Der Schwerpunkt liegt in der praktischen Anwendung, deshalb unterteilt sich die Schulungszeit auf
ca. 2 Stunden Theorie und 6 Stunden Praxis. Nach erfolgreichem Abschluss eines Schweißkurses
ist der Kursteilnehmer in der Lage, einfache Montage-Teile aus Stahl, rostfreiem Stahl oder Aluminium
selbst herzustellen oder zu reparieren, wobei es allerdings nur eine Teilnehmer-Bescheinigung gibt und
die Schweißkurse nicht zum Schweißen abnahme- oder prüfpflichtiger Teile berechtigen.
THEORIE + PRAXIS
Es werden kurz und prägnant die gängigen Schweißverfahren und deren Anwendungsmöglichkeiten
vorgestellt. Anschließend geht es zum praktischen Üben an die Schweißgeräte.
MIG (Metall-Inert-Gas)-Schweißen
Als Schutzgase werden Edelgase, in der Regel Argon, Helium oder Mischungen aus beiden, verwendet. Diese Gase reagieren nicht mit anderen Stoffen (inert = untätig), sie werden eingesetzt beim Schweißen von Aluminium, Kupfer, Titan und anderen Nichteisenmetallen.
MAG (Metall-Aktiv-Gas)-Schweißen
Als Schutzgase werden Kohlendioxyd oder Gemische aus den Gasen Argon und Kohlendioxyd oder Argon mit Sauerstoff verwendet. Für spezielle Anwendungen können auch Gemische mit Argon, Kohlendioxyd und Sauerstoff eingesetzt werden. Da die Gase Kohlendioxyd und Sauerstoff chemische Reaktionen beim Schweißen bewirken, werden sie als „aktiv“ bezeichnet. Mit aktiven Gasen werden unlegierte, niedrig legierte und hoch legierte Stähle geschweißt.
WIG (Wolfram-Inert-Gas)-Schweißen
Üblich ist auch die engliche Bezeichnung TIG (Tungsten-Inert-Gas). Der Lichbogen brennt zwischen dem Werkstück und einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode. Als Schutzgas wird ein inertes Gas, meist Argon verwendet. Es kommen auch Gasgemische mit Helium zum Einsatz. Das WIG-Schweißen wird bei höchsten Anforderungen an die Nahtgüte und Oberflächenbeschaffenheit eingesetzt. Die Schweißgeschwindigkeiten sind im Vergleich zur MIG/MAG-Schweißung relativ gering. Üblicherweise wird ein Zusatzwerkstoff in Stabform verwendet, der manuell zugeführt wird.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Für Personen mit einem Herzschrittmacher ist die Teilnahme am WIG-Schweißkurs wegen der vorhandenen Hochfrequenz nicht möglich.
E-Hand (Elektroden-Hand)-Schweißen
Das Elektrodenhandschweißen, kurz E-Handschweißen genannt, ist eines der ältesten Schweißverfahren, das heute noch hauptsächlich auf Montage angewandt wird. Bei diesem Schweißverfahren wird ein elektrischer Lichtbogen, der zwischen einer Elektrode und dem Werkstück brennt, als Wärmequelle zum Schweißen genutzt. Als Zusatzwerkstoff werden Elektroden verwendet, die mit Stoffen umhüllt, das Schweißgut schützen und den Prozess metallurgisch beeinflussen.

